Matthias Müller’s erster Streich

Für Matthias Müller stand dieses Wochenende der Ötztaler Radmarathon auf dem Programm. Das ist ein Rennradrennen der ersten Klasse. Jedes Jahr versuchen zehntausende einen Startplatz zu ergattern doch nur viereinhalbtaussend sind für den Start zugelassen. Matthias gehört zu den Glücklichen, und konnte letzten Sonntag diese 238 Kilometer und 5’500 Höhenmeter unter die Räder nehmen. Doch das ist noch nicht alles knapp eine Woche später wartet noch der Jungfrau Marathon auf ihn. Aber alles schön der Reihe nach. Wie es ihm gelaufen ist, erzählt Matthias gleich selber, danke Mätthu für deinen Bericht.

Ötztaler Radmarathon, ich habe einen Traum.

Das ist seit 38 Jahren das Motto dieser Veranstaltung. Auch dieses Jahr haben sich wieder ca. 16’000 für einen Startplatz beworben und 4’500 haben einen erhalten.

Racebreefing auf ötztalerische Art

Am Samstagabend wurden wir bei der Eröffnung wieder mit den Worten begrüsst, Willkommen an der Weltmeisterschaft der Hobbyradler. Gespannt hören wir wieder den Worten des Veranstalters zu, was uns alles auf den 238 Km und 5500 Höhenmeter erwartet. Das ist dann dieser Moment wo du am Tisch sitzt und dir Gedanken machst, habe ich genügend trainiert, so dass es mich nicht wegen der Zeitlimite an einer der Barierren erwischt. Klar hast du genügend trainiert, doch wenn du dich um hörst, dann sprechen die von 15’000 Trainingskilometer, alles “Gümeler“ die nur auf diesen Ötztaler hin trainieren. Kommt das gut, klar kommt das gut nur nicht nervös werden.

Da die gesamte Strecke für den Verkehr gesperrt ist, wird auch klar darauf hingewiesen, dass die ersten 20 Km in Richtung Oetz neutralisiert sind. Den am Morgen wird mit einer rasanten Abfahrt gestartet aus dem Oetztal heraus. Zu guter letzten kommt noch eine Wetterfee die für den nächsten Tag das Wetter bekannt gibt. Es wird trocken bleiben, vermutlich am Schluss wird es noch etwas Regen geben, aber was ich sicher sagen kann ist, dass es keinen Schnee gibt, das waren ihrer Worte, genau das waren sie………

Das Rennen

Matthias Müller Ötztaler Radmarathon1

Am Morgen ging es dann ab 05.30 Uhr in die Startaufstellung. Ich entschied mich um 06.00 Uhr in die Kälte (8 Crad) zu stellen, zum Glück war es trocken. Als ich dann in der Dunkelheit Richtung Start fuhr, standen schon ca. 2500 Fahrer da. Ich glaube die haben auf der Strasse geschlafen oder ihre Rennräder am Abend vorher deponiert so wie wir das von den Ferien kennen mit den Badetüchern.

Matthias Müller, Ötztaler Radmarathon

Punkt 06.45 Uhr ging es mit dem Kanonenschuss los. Alle Fahrer dicht hinter dem Rennleiterfahrzeug Richtung Oetz. 4’500 Teilnehmer Lenker an Lenker mit bis zu 70 Km/h auf dem Tacho und jeder, aber wirklich jeder hat vergessen dass es eigentlich neutralisiert ist die ersten 20km. So kam es auch wieder, wie es kommen musste. Leider auch dieses Jahr wieder ein schwerer Sturz. Ab diesem Zeitpunkt war auch wieder einmal jedem klar, es ist ja eigentlich noch um nichts ging.

Als es dann in den ersten Aufstieg nach Kühtai ging wurde es langsam still, denn dieser Aufstieg hat es in sich, satte 18% Steigung. Oben angekommen war es so richtig kalt ca. 4 Grad und es ging nicht lange so fing es an zu regnen. Es goss wie aus Kübeln so dass ich keine trockene Stelle mehr hatte, sogar die Schuhe, welche durch die Schuhüberzieher geschützt waren, waren klitschnass. Auf der Fahrt Richtung Innsbruck dachte ich mir, wie war das jetzt mit dem Wetter du charmante Wetterfee…..

Richtung Brenner war es dann zum Glück trocken. Für mich hiess das, alles trocken werden lassen. Das Tempo in meiner Gruppe von ca. 50 fahrern wurde sofort wieder verschärft. Mir war klar ich durfte jetzt nicht überzocken, denn zwei Pässe standen ja noch auf dem Programm.

Hoch zum Jaufenpass blieb es dann zum Glück trocken. Kurz vor der Passhöhe bei ca. 6 Card und dickem Nebel Sicht unter 20 Meter, fing es wieder an zu Regen und somit war die Abfahrt ein Höllenritt Richtung St. Leonard.

Unten angekommen geht es dann eine halbe Drehung in den Kreisel und direkt hoch zum Monster dieses Tages das Timmelsjoch. Satte 29 km 1’800 Höhenmeter und unten steht auf einem riesigen Transparent, ausgeträumt ??.

Matthias Müller Ötztaler

Nein natürlich nicht, den Aufzugeben ist keine Option obwohl der grösste Teil inkl. mir nicht einmal mehr schalten kann weil die Finger so eingefroren sind. Der Aufstieg Richtung Timmelsjoch ist auch in diesem Jahr wieder kein Kindergeburtstag, endlose lange Aufstiege und Kehren bis zur Schönau dem letzten Verpflegungsposte nach ca. 12 km. Die Zeiten der Sprüche sind jetzt vorbei und jeder kämpft nur noch für seinen Traum. Den von diesem Punkt aus sieht man die letzten 600 Höhenmeter und den lang ersehnten Tunnel hoch oben auf dem Timmelsjoch. Nach ca. 1 km sitzt ein Franzose, der sich kann halten kann auf der Mauer. Weiter oben liegt ein Fahrer in einer Folie eingewickelt auf der Mauer, er wartet nur noch auf den Besenwagen (Am Oetzaler sind Besenwagen 4 Doppelstöckige Cars die am Schluss fahren und alle auf der Strecke einsammeln). Für den einen und anderen geht hier der Traum zu ende, Ambulanzen und Ärzte beenden hier den Traum für den einen und anderen. Schon fast bin ich beim Tunnel und da fängt es an zu schneien, auch das noch und mein Gedanke: „was hat die liebe charmante Wetterfee gesagt……“

Jetzt noch durch den Tunnel und da steht es, das Transparent aller Transparente nun hast du deinen Traum. Ich fahre natürlich wieder im Regen Richtung Sölden, noch ein kleiner Gegenanstieg und ab in das Ziel deiner Träume, das Ziel in Sölden.

In Sölden wirst du empfangen und wie ein Held. Die Menschen stehen am Strassenrand und Jubel dir zu, du wirst gefeiert wie einer der die Olympiade gewonnen hat, unglaublich der Mythos Oetztaler so wie alle erzählen der lebt.

Zufrieden und durchnässt erreiche ich das Ziel und die Zeit, ja die spielte keine Rolle mehr nur noch gesund zurück, den 1’000 Fahrer blieben irgendwo, anders gesagt sie waren nicht am Start oder irgendwo auf der Strecke.

Matthias Müller Ötzaler Radmarathon

Danke an Alle die an mich geglaubt haben und etwas ist wichtig im Leben, Lebe deinen Traum !!!!!!!

 

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