N.B.

Nach einem sehr angenehmen Gespräch – bei einer Tasse Tee und Wiehnachtsguezlis – über meine Beschwerden, über mein Wohlbefinden und über Gott und die Welt, visualisierte mir Nadine W. mit einer einfachen Skizze, wie sie mit mir und meinem Körper arbeiten möchte. Ich fühlte mich dabei ab der ersten Minute sehr wohl, willkommen und in meinem «Sorgen und Denken» verstanden. Nadine W. hat mir die Zeit gegeben, um erst einmal anzukommen und zu verstehen, wie ihre Philosophie und Arbeitsweise aussieht.

Danach durfte ich mich neben die Massageliege stellen, mit einem festen Stand und beiden Füssen am Boden. Ohne mich zu berühren «scannte» Nadine W. meinen Körper, indem sie mit der Hand vom Scheitel bis zu den Zehen fuhr, ohne mich zu berühren. Bereits hier ist mir aufgefallen, dass das eine ganz besondere und sanfte Sache sein wird – denn ohne dass ich es wollte, zog es mich mal nach vorne, dann mal zur Seite, bis ich mich schliesslich wieder in der ursprünglichen Position halten konnte.

Nach dieser Bestandsaufnahme durfte ich mich auf die Liege legen, eingepackt mit meinen Kleidern und einer Decke, so dass es angenehm warm und kuschelig war. Nadine W. hat es auch hier geschafft, dass es mir absolut wohlig war – man dürfe bei ihr nämlich alles: Schlafen, geniessen, schweigen, plaudern, ja sogar schnarchen dürfe man. Hauptsache, man fühle sich wohl. Und ich garantiere, das tut man!

Komischerweise hatte ich zu Beginn das Gefühl, dass meine beiden Beine unterschiedlich lang seien. Nicht den normalen Unterschied zwischen zwei Beinen, wie es ihn eben gibt. Nein, massiv verschieden lang. Auch die eine Hüftseite schien mir irgendwie so überhaupt nicht synchron mit der anderen Seite zu liegen. «Komisch vertrlüllts Zügs das», dachte ich!

Mit beiden Händen fasste Nadine W. nach meinen Fussgelenken, ganz behutsam und sanft. Sie verharrte mit ihrem Griff. Es fühlte sich wie kleine Vibrationen an, die sie an den Knöcheln auslöste, die sich langsam auf das Schienbein, die Waden und auf die Oberschenkel übertrugen. Als ob ein kleines Heer an Ameisen über meine Beine wandern würden – nicht wild und nervös, sondern gemächlich und im Gleichschritt.

Und so blieb es auch. Wie die Ameisen gab es auch bei Nadine W. keine hektischen Bewegungen, kein Ziehen, kein Drehen, kein Zerren. Und – keine Schmerzen. Im Gegenteil. Ich konnte so richtig ausspannen, geniessen und beinahe einschlafen. Und dabei fühlte ich mich tatsächlich wie auf Rosen gebettet.

Nadine W. hat alle meine Schwachstellen erkannt, und dabei tatsächlich immer meinem Empfinden entsprechend gefragt, ob es hier und da wohl etwas zwicke und quietsche – und das tat es! Bei meiner Hüfte, den Schultern, dem linken Kiefer etc. Immer genau da, wo sie es auch spürte.

Als sie sich von den Fussknöcheln bis zum Kiefer hochgetastet und sich dabei viele Verspannungen gelöst haben, spürte ich, wie ich mich absolut im Gleichgewicht fühlte. Mit zwei zirka gleichlangen Beinen und parallel liegenden Hüften. Geflickt und eingerenkt. Geerdet und zufrieden. Und vor allem absolut entspannt. Ich sage euch, ein Hochgenuss für Geist und Seele, eine Wohltat für gestresste Muskeln und verklemmte Gelenke. Ganz ohne Rambazamba.