Sportlicher Jahresrückblick aus der Sicht der Athletinnen Nadine Wilhelm & Nadine Zurschmiede

Durch unsere Coachings gewinnen wir Einblicke in die Trainings- und Wettkampfjahre unserer Athleten, die oft auch sehr persönliche Episoden beinhalten. Gerne drehen wir den Spiess einmal um und geben euch Einblick in unser Sportjahr 2016, wo einiges nicht planmässig verlief. Doch erst mal alles der Reihe nach.

Wir erholten uns gut von den Wettkämpfen im 2015 und starteten unser Winteraufbautraining bereits im November 2015. Unser erster Vorbereitungswettkampf war der Powerman Mallorca Ende Februar. Wir freuten uns riesig darauf, denn es war die erste Austragung überhaupt. Leider fing Nadine W. kurz vorher einen hartnäckigen Virus ein und verzichtete vernünftigerweise auf den Start. Für Nadine Z. lief das Rennen sehr gut. Dass sie unter all den Profis beinahe die einzige Altersklassen Athletin war und fast als letzte ins Ziel kam, störte sie dabei nicht sondern sie genoss das Rennen von A bis Z.

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Nadine Z., Powerman Mallorca, Februar 2016

Nach überstandener Viruserkrankung konnte Nadine W. bald wieder ins Training einsteigen. Nadine Z. erholte sich zwar gut vom Powerman Mallorca und setzte ihre Trainingseinheiten wie geplant fort, doch schon bald holten sie Magenbeschwerden ein, die sie an intensiveren Einheiten hinderten und sogar zu Gewichtsabnahme führten. Dies zwang Nadine Z. ihre Trainingsplanung anzupassen, um weiteren Gewichtsverlust zu verhindern. Daraus resultierte auch der Verzicht auf den Start am Marathon in Freiburg im Breisgau Ende März. Nadine W. hingegen stand wieder gesund und voll motiviert an der Startlinie. Während den ersten 21 Km war sie auf Kurs zur neuen Marathonbestzeit.

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Nadine W., Marathon Freiburg im Breisgau, März 2016

Doch leider spielte in der zweiten Rennhälfte ihr Magen verrückt und sie musste ihr Tempo mächtig drosseln. Im Nachhinein fand Nadine W. heraus, dass der Verzehr von verdorbenen Fleisch beim Restaurauntbesuch am Vortag für ihr Unwohlsein verantwortlich war.

Glücklicherweise erholte sie sich schnell von dieser Magenverstimmung, so dass sie ihr Training bald wieder aufnehmen konnte, denn der nächste Wettkampf stand vor der Tür.

Im Mai fuhren wir nach Mallorca zum Ironman 70.3. Wir freuten uns sehr auf diesen Wettkampf und erhofften uns eine gute Zeit, da wir die wunderschöne Radstrecke bereits gut kannten. Doch auch diesmal kam einiges anders. Mallorca, die Sonneninsel schlecht hin, bekam ausgerechnet am Wettkampftag sintflutartigen Regen. So standen wir schon vor dem Start schlotternd am Strand. Einen detaillierteren Wettkampfbericht findest du  hier.

Leider mussten wir auf der Radstrecke einiges an Speed rausnehmen, um keinen Unfall zu riskieren. Wie sich herausstellte, waren wir auch an diesem Wettkampf mehr mental als körperlich herausgefordert.  Glücklich und sichtlich erleichtert kamen wir schliesslich heil im Ziel an.

img_5434Nadine W. & Nadine Z., Ironman Mallorca, Mai 2016

 

„Let’s look at the bright side“, heisst es ja bekanntlich. Da wir unser Leistungslimits am Wettkampf nicht voll ausschöpften, konnten wir nach kurzer Erholungspause gleich wieder ins Training einsteigen. Und so von den anschliessenden Sonnentagen auf Mallorca profitierten wir, um noch einige Velokilometer zu absolvieren.

Zurück in der Schweiz wartete die nächste Herausforderung auf uns. Einer unserer Gigathlon Couple Athleten verletze sich kurz vor dem Gigahtlon und Nadine W. bot sich schliesslich an, seine Disziplinen zu übernehmen, während Nadine Z. die Funktion der Supporterin übernahm. Ursprünglich sollte Nadine W. am ersten Wettkampftag Schwimmstrecke, Bike- und Rennradstrecke übernehmen. Das Schwimmen wurde jedoch von der Rennleitung wetterbedingt durch Laufen ersetzt, was Nadine W. jedoch entgegen kam. Die anschliessende Bikestrecke konnte sie, trotz 200 Höhenmetern mehr als angegeben, geniessen. Die darauf folgende Rennvelostrecke verlangte ihr jedoch alles ab. Kälte, Regen und Nebel waren nur einige der Hürden. Nadine W. fuhr die Nufenen und Furka Strecken mit einem Triathlon Rad (weil es die knappe zeitliche Vorbereitungszeit nicht zuliess ein Rennrad zu organisieren), dessen Übersetzung eigentlich für flache Strecken ausgelegt ist. Zwar durchgefroren aber unverletzt kam Nadine W. ins Ziel.

Am nächsten Tag wurde die Schwimmstrecke wegen kalten Wassertemperaturen verkürzt. Zusätzlich entschied das Team die Bike Strecke nicht mehr anzutreten, da die Zeitlimite zu hoch war. Wir kamen alle etwas geknickt von diesem Anlass nach Hause.

Nach dem Gigathlon haben wir uns vorgenommen, unserem Körper erst einmal Ruhe zu gönnen, bevor wir das Training wieder aufnahmen, um uns auf unseren Saisonhöhepunkt, den Powerman Zofingen im September, vorzubereiten.

Während dieser Trainingspause wurden wir aber nicht fitter, sondern eher noch schlapper und wir konnten uns kaum zum Trainieren motivieren. Dies erschien uns sehr aussergewöhnlich, da wir uns normalerweise sehr gerne bewegen. Zuerst schoben wir diese Anzeichen auf Stress. Doch als keine Veränderung in Sicht war, unterzogen wir uns einem ärztlichen Check-up, der sich lohnte.  Es stellte sich heraus, dass Nadine W. Eisenmangel hatte und einige Mineralstoffwerte nicht ausgeglichen waren. Für Nadine Z. galt die selbe Diagnose plus Magen-Darm Probleme. Der Arzt riet uns unter diesen Umständen vom Start am Powerman Zofingen ab. Dies brachte uns in ein grosses Entscheidungs-Dilemma, wobei die Vernunft unsere Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzten, schliesslich siegte und wir auf den Start verzichteten. Dies war alles andere als einfach zu verdauen. Der Kopf wollte das nein des Körpers erst nicht akzeptieren. Doch das Schwierigste stand erst noch bevor: der Wettkampftag selber. Wir beschlossen am 4. September 2016 vor Ort zu sein, um unsere Athleten zu unterstützen. Wir leiteten das Einwärmen an, als würden wir gleich selber starten.

Der Startschuss ging durch March und Bein, zu gerne wären wir auch dabei gewesen. Stattdessen fuhren wir auf den Bodenberg, um das Rennen von dort aus zu beobachten und die Athleten anzufeuern. Auch hier gab es für uns erneut eine schöne Kehrseite. Viele der Zuschauenden kannten uns und sprachen uns an, ob wir nicht auf der falschen Seite des Rennens standen.

Obwohl es ein emotional herausfordender Tag war, konnten wir uns eingestehen, dass dies für uns die richtige Entscheidung war. Die Rekonvaleszenz dauerte lange. Für ca. 4 Monate trainierten wir lediglich nach Lust und Laune. Danach begannen wir mit einem langsamen und soliden Winteraufbau. Nun macht das Training wieder Spass und die Lust sich zu bewegen ist zurück, sogar mehr den je. Eindrücklicherweise sind die Trainingsleistungen besser als vor der Pause. Es lohnt sich also auf den Körper zu hören!

Egal auf welchem Niveau man sich sportliche betätigt, es gibt nie eine Garantie, dass alles so läuft, wie man es plant und sich wünscht. Mit diesem Beitrag wollen wir euch hinter unsere Kulissen schauen lassen und zeigen, dass dies auch für uns zutrifft und auch bei uns nicht immer alles nach unseren sportlichen Plänen und Ambitionen verläuft. Gleichzeitig möchten wir euch ermutigen, auf die Signale des Körpers zu hören, auch wenn der Kopf noch so stur sein will.

Danke für das Interesse, schaut gut zu euch und wir freue uns auf die nächste Saison mit euch.

Eure Coaches von crossfirecoaching

Verfasst von Nadine Zurschmiede

 

 

 

 

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