Einblick: Massage am Cape Epic

Nadine Zurschmiede von crossfirecoaching begleitete das Team abicon giordana swiss als deren Masseurin am diesjährigen Cape Epic. Was sie alles erlebt hat und welche Eindrücke sie vom legendären Mountainbike Rennen in Südafrika mitgenommen hat, erzählt sie uns im folgenden Bericht.

Am Samstag, 16. März 2019 kam ich am Flughafen von Kapstadt an und wurde von den Fahrern Nina und Heinz, sowie deren Betreuer Jürg abgeholt. Danach ging es gleich hinein ins Startgelände des Cape Epic 2019. Registrieren, Startnummern abholen und allgemeine Orientierung war angesagt. Das Renngelände befindet sich mitten in Kapstadt und besteht aus vielen Zelten, Startbogen, einer Expo und vielem mehr. Es ist ein Riesenevent und eines der grössten Mountainbike Rennen der Welt.

Als eine Art Einwärmerunde stand am Sonntag der Prolog auf dem Plan. Für unsere Fahrer bedeutete dies, dass sie 20 Kilometer und 600 Höhenmeter zu fahren hatten. Ein Kinderspiel, verglichen mit dem, was es in den nächsten Tagen zu absolvieren galt.

Nach dem Prolog hiess es alles einzupacken und nach Hermanns zu fahren, dem nächste Etappenort. Hier standen am Sonntag, dem eigentlichen Rennstart, 111 Kilometer und 2’700 Höhenmeter auf dem Programm. Nina und Heinz stellten sich dieser Herausforderung und die Strecke entsprach ihnen mehr als die kurze vom Vortag. Sie benötigten für die erste Etappe 5 Stunden und 55 Minuten. Wie in Kapstadt wurde auch in Hermanus das Start- und Zielgelände extra aufgestellt. Dazu kamen etliche Zelte für die Unterbringung der Fahrer und Helfer.

Die nächste Etappe in Hermanus war 90 Kilomter mit 2’250 Höhenmeter. Auch diese Strapazen bewältigten Nina und Heinz locker in hervorragenden 5 Stunden und 4 Minuten. Während unsere beiden Fahrer auf der Strecke waren, stand für uns Helfer der nächste Zügeltermin an. Wir Betreuer fuhren von Hermanus nach Elgin, wo wir die nächste Unterkunft bezogen und unsere Fahrer im Ziel begrüssten.

Am Mittwoch wartete die nächste Herausforderung für unser Coupleteam: 107 Kilometer und 2’800 Höhenmeter. Leider hatten sie bei dieser Etappe etwas Pech und fingen einen platten Reifen ein, welchen sie zuerst flickten und anschliessend im Techzelt reparieren liessen.
Dies kostete natürlich Zeit, doch nach 6 Stunden und 42 Minuten war auch diese Etappe geschafft.

Zum Glück war dann am Donnerstag eine etwas erholsamere Etappe mit 43 Kilometer und 1’000 Höhenmeter angesagt. In ultraschnellen 2 Stunden 20 Minuten war auch diese geschafft.

Als alle Fahrer diese Strecke hinter sich gebracht hatten, hatte ich das grosse Privileg mit Jürg diese Etappe auch zu fahren und es war wunderschön. 43 Kilometer waren für mich gut machbar, aber wenn ich mir vorstelle, was die Fahrer bis dahin schon in den Beinen hatten und was noch vor ihnen lag. Ich habe enormen Respekt für diese Leistung!

Nach dem Erholungstag wartete die Königsetappe von Elgin nach Stellenbosch mit 100 Kilometer und 2’850 Höhenmeter. Nina und Heinz lief es sehr gut an diesem Tag und sie kamen nach 6 Stunden und 6 Minuten glücklich ins Ziel.

Wir Betreuer zügelten dabei wieder von Elgin nach Stellenbosch, unsere letzte Station.

Doch auf Nina und Heinz warten noch zwei Etappen am Samstag, 89 Kilometer und 2’650 Höhenmeter was sie in 5 Stunden und 26 Minuten machten und am Sonntag 70 Kilometer mit 1’800 Höhenmeter wofür die beiden 4 Stunden und 12 Minuten benötigten.

Insgesamt fuhren die beiden in diesen 8 Tagen 630 Kilometer mit dem Mountainbike und bewältigten dabei 16’650 Höhenmeter. Unglaubliche Zahlen und für das Ganze benötigten die beiden 36 Stunden und 53 Minuten. Absolut fantastisch…

Herzliche Gratulation den beiden Fahrer Nina und Heinz.

Für mich persönlich war es eine sehr abenteuerliche Zeit, in welcher ich viel gelernt habe und unvergessliche Eindrücke gesammelt habe. Meistens sah mein Tagesablauf wie folgt aus:

Um 5:00 Uhr langsam aufstehen und mit den Fahrern frühstücken. Anschliessend fuhren wir um ca. 6:30 Uhr zum Start und feuerten unsere Fahrer an. Danach ging es meist zurück zur Unterkunft, wo wir zwei, drei Stunden Zeit für etwas Sport hatten (Biken oder Joggen), bevor wir entweder alles packten und von A nach B fuhren oder ins Ziel gingen um Nina und Heinz in Empfang zu nehmen.

Nach der Zieleinfahrt war dann mein Part an der Reihe, nämlich regenerierende Massagen für die beiden Fahrer. Danach hiess es bereits wieder vorbereiten für den nächsten Tag. Nina und Heinz bereiteten ihre Getränke und Verpflegung für den nächsten Tag vor und kontrollierten ihre Bikes. In dieser Zeit arbeitete ich meistens noch etwas, bevor wir zusammen Essen gingen und uns danach schon bald schlafen legten.

Es war ein grosses Privileg für mich am Cape Epic dabei sein zu dürfen und das Rennen so zu erleben. Was die Fahrer geleistet haben ist enorm. Ich ziehe meinen Hut vor all den Finishern dieses Rennens. Es ist wirklich das härteste Bikerennen, das ich je gesehen habe.

Von der gesamten Organisation des Rennens war ich ebenfalls sehr fasziniert. Alles in allem ein unglaubliches und überwältigendes Erlebnis für mich.

Jetzt bin ich sehr müde und brauche noch etwas Zeit, um das Erlebte im Detail zu verarbeiten.